“Ich sollte heute noch die Ablage erledigen.”
“Ich sollte mal wieder ein Mitarbeitergespräch führen.”
“Ich sollte nicht soviel Zeit verschwenden.”
Sie kennen sicherlich diese kleinen, nicht gerade sehr motivierenden, Sätze, die mit “Ich sollte…” beginnen. Werden hohe Standards zu weit getrieben, werden sie kontraproduktiv. Verwurzelt in Enttäuschung darüber, dass Personen nicht so sind wie sie “sollten”, entsteht schnell Frustration, Stress und Negativität. “Sollte” ist selten ein pragmatischer Beginn für Vorhaben. Es verzerrt was real vor sich geht. Ein “sollte” ist uneffektiv - es beschreibt, dass etwas gerade nicht geschieht.
Man kann versuchen sogenanntes “ich sollte”-Denken sofort im Keim zu ersticken und es entweder sofort ausführen oder konkret planen wann es ausgeführt wird. Akzeptanz der gegenwärtigen Situation ist der erste Schritt. Weg vom “was sollte sein” und zurück zur Vision, Strategie und Taktik ist der erste Schritt in die erfolgreiche Richtung.
Überlegen Sie einfach mal WIE oft Sie in der Woche (oder sogar am Tag?) diese beiden Worte “ich sollte” am Beginn eines Satzes verwenden. Und dann dann überlegen Sie, ob es tatsächlich eine ernst gemeinte Absicht ist oder lediglich eine Verdeutlichung warum etwas NICHT passiert. Dieser simple Vorgang kann einige Abläufe mitunter stark optimieren. Das Faszinierende daran ist, dass es “lediglich” eine Formulierung ist…
In einem Artikel des TimeMagazine hat der Autor Richard Stengel die 8 grundlegenden Prinzipien der Führung nach Nelson Mandela zusammen gefasst.
1. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst - es heißt andere zu inspirieren sie zu überkommen!
Man kann nicht nur vorgeben mutig zu sein und es mit der Welt aufnehmen zu können. Als Führer jedoch kann man die Menschen dies nicht wissen lassen. Eine gewisse Außendarstellung ist wichtig. Mandela wusste, dass er ein Vorbild für andere war. Das gab ihm die Kraft seine eigenen Ängste zu überwinden.
2. Führen Sie von der Spitze - aber lassen Sie die Basis nicht zurück!
Verweigern zu verhandeln war für Mandela kein Grundprinzip - es war Taktik. Sein gesamtes Leben lang machte er diese Unterscheidung. Sein (Umsturz der Apartheit und “one man one vote”) war absolut unveränderlich. Jedoch war alles was ihm half diese Ziele zu erreichen eine Taktik. Er ist einer der prasmatischsten Idealisten.
3. Führen Sie von hinten - und lassen Sie andere glauben, sie wären an der Spitze!
Manela liebt es über seine Kindheit zu sprechen und wie er die Nachmittage faulenzte. “Wissen Sie, man kann nur von hinten führen.” Mit einem Anheben der Augenbraue gab er die Analogie der Geschichte zu verstehen. Der Trick, was Führung angeht, liegt darin, sich zu erlauben auch geführt zu werden. “Es ist weise Menschen zu überzeugen und Dinge tun zu lassen und sie glauben zu lassen, es wären ihre eigenen Ideen gewesen.”
4. Kennen Sie Ihre Feinde - und was ihr Lieblingssport ist!
In den 1960ern lernte Mandela Afrikaans, die Sprache der weißen Südafrikaner, die die Apartheit schafften. Er versprach sich etwas von ihrer Weltanschauung zu verstehen. Von seinen Freunden in der ANC wurde er belächelt, jedoch wusste Mandela, dass er eines Tages gegen sie vorgehen und mit ihnen verhandeln würde. Er wusste, dass sein Schicksal mit ihrem verknüpft war. In diesem Zusammenhang lernte er viel über Rugby, den Lieblingssport der weißen Südafrikaner.
5. Halten Sie sich Ihre Freunde nahe - und Ihre Feinde noch näher!
Mandela hat einen unwiderstehlichen Charme - Charme den er häufig bei seinen Feinden eingesetzt hat. Er schätzte Loyalität, war jedoch niemals davon besessen. “Menschen handeln schlicht in ihrem eigenen Interesse.” war eine seiner Aussagen. Der Nachteil des Optimisten - und Mandela ist ein Optimist - ist, dass er häufig zuviel vertraut. Was Mandela jedoch erkannte war, dass er Gegener mit seinem Charme neutralisieren konnte.
6. Die Erscheinung macht was aus - und denken Sie daran zu lächeln!
Bei seiner Präsidentschaftskandidatur 1994 wusste Mandela, dass Symbole genauso wichtig sind wie Materie. Er war nie ein großer Redner, aber er hatte stets dieses wunderbare, vereinnahmende und omnipräsente Lächeln. Für die weißen Südafrikaner symbolisierte es den Mangel an Verbitterung und bekundete Sympathie. Für die schwarzen Wähler beinhaltete es: Ich bin ein glücklicher Krieger und wir werden triumphieren!
7. Nichts ist schwarz oder weiß!
Mandela mag Widersprüche. Als Politiker war er pragmatisch und sah die Welt in unendlich verknüpften Nuancen. Jedes Problem hat viele Gründe. Mandela hatte eine bestimmte Vorgehensweise: Was ist mein Ziel und was ist der praktischste Weg dieses zu erreichen?
8. Aufgeben ist ebenfalls führen!
Zu wissen wie man eine fehlgeschlagene Idee, eine nichtsbringende Aufgabe oder eine tote Beziehung loslässt, gehört mit zu den schwierigsten Entscheidungen, die eine Führungsperson treffen muss. Mandela weiß, dass Personen ebenso führen durch das was sie tun wie durch das was sie nicht tun.
Führung ist überall. In Büros, zu Hause, in der Gemeinschaft, im Verein… überall!
Gute Führungspersonen sind eher rar gesäht, verlangt es doch viele Eigenschaften in sich zu vereinen, dabei möglichst häufig objektiv zu bleiben, flexibel und das für die Situation “Richtige” zu entscheiden.
Ein ganz entscheidender Punkt dabei ist was man selbst über andere bzw. Menschen denkt. Wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass Menschen gut sind - damit sind Eigenschaften wie motiviert, freundlich, lernbereit, leistungsorientiert gemeint - so wird der individuelle Führungsstil bestimmte Charakteristiken ausdrücken. Dieser Stil wird Menschen wahrscheinlich dazu bewegen Herausforderungen anzunehmen, Ziele zu verfolgen und eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
Glaubt man jedoch, dass Menschen grundsätzlich schlecht sind - undiszipliniert, berechnend, faul etc. - so wird die entsprechende Art der Führung ganz anders aussehen. Beispielsweise werden Belohnungen und Strafen eine ganz wichtige Rolle spielen. Die Führung wird sehr kontrollierend sein, misstrauisch, vielleicht sogar unfair.
Je besser man sich selbst kennt und das Bild, welches man von anderen Menschen hat, desto besser ist man in der Lage die eigene Führung zu verstehen und zu optimieren.
Jack Giampalmi zum Thema der richtigen Fragestellung bzw. der richtigen Frage:
“Lösungen sind einfach. Bei der Definition und dem Verständnis der richtigen Frage ist Führung essentiell. Globale Erwärmung oder der Klimawandel finden sich auf vielen Agendas wieder. Aber werden die richtigen Fragen gestellt? Seien Sie sich sicher, dass Sie DIE richtige Frage kennen bevor Sie mit einem Problem konfrontiert werden. Ständig werden wir regelrecht bombardiert mit Gedanken, Situationen und Schwierigkeiten, während bei der Problemlösung die falschen Fragen gestellt werden. Dies hindert die Nachhaltigkeit.”
Der Sport- und Führungskräftecoach Graham Jones glaubt an mentale Stärke als Schlüsselelement der Exzellenz. In der Harvard Business Review schreibt er über 5 Dinge, die die erfolgreichsten Menschen tun, um an der Spitze zu bleiben.
1. Lernen Sie Druck zu lieben!
Um dies zu gewährleisten, muss man einen wirkliches Interesse an ständiger Selbstverbesserung haben. Wie erreicht man das? Durch einen ständigen Wettkampf mit sich selbst, anstatt mit anderen, und das ist allein eine persönliche Wahl bzw. Entscheidung. Der olympische Goldmedalliengewinner im Rudern, Greg Searle, sagt: “Ich habe nie Opfer gebracht; Ich treffe Entscheidungen!”
2. Konzentrieren Sie sich auf das Langfristige!
Alles was nur kurzfristig zählt und einen Einfluss auf Ihre Leistung hat sollten Sie zugunsten der langfristigen Ziele ausklammern. Warum? Der langfristige Erfolg zeichnet sich durch kleinere Erfolge aus.
3. Eisen schärft Eisen!
“Trainieren” Sie mit Menschen, die Sie an die Grenzen bringen. “Clevere Unternehmen schaffen Situationen, in denen sich die Spitzenkräfte gegenseitig zu Leistungen animieren, die sie nicht erreichen könnten, wenn sie mit weniger guten Mitarbeitern arbeiten würden.”
4. Erfinden Sie sich neu!
Wenn Sie einmal die höchste Stufe erklommen haben, müssen Sie sich selbst immer wieder neu erfinden. Um dies zu erreichen müssen Sie einen wahren Hunger nach Feedback entwickeln. Ständig hungrig nach Ratschlägen, Tips und Hinweisen, um die eigene Leistung zu halten und noch zu verbessern. Was hierbei wichtig ist: Feedback sollte immer konstruktiv sein und nicht zur Kritik dienen. Ist das Feedback negativ, so finden Sie heraus was dahinter steckt und hinterfragen Sie sich selbst. Ständige Ratschläge und Tips die eigene Leistung betreffend führt zwangsläufig zu Verbesserungen.
5. Feiern Sie Siege!
Sehen Sie es als konstruktives Feiern, sonst führt es schnell zur Selbstverherrlichung. “Richtig angewandt beinhaltet es zu einem hohen Maß an Analyse und erweiterter Selbstwahrnehmung. Die besten Kräfte feiern nicht wirklich, bevor Sie eingehend verstanden haben, welche Faktoren sie zum entsprechenden Sieg geführt haben.”
Jones nennt Beharrlichkeit als Schlüssel bei der Umsetzung. “Viele Athleten trainieren und gewinnen keine Medallien. Sie trainieren ganz normal weiter. Die wahren Champions, die Medalliengewinner, gehen nach großen Siegen mit noch mehr Eifer in die tägliche Trainingsarbeit. Das macht sie zu Spitzenathleten und unterscheidet Klasse von Weltklasse.”