Die 24-Stunden-Perspektive

…oder: Wie ich mich selbst nervte!

Vor einiger Zeit wachte ich morgens auf und ich fühlte mich merkwürdig. Alles fühlte sich irgendwie “falsch” an (und schlecht). Wie es dann häufig so ist fragte ich mich “Warum sind alle gegen mich…?”. Ich hielt einen Moment inne, besann mich und dachte: Moment! Es ist nicht jeder gegen mich!

Da man Ideen zu Papier bringen sollte, schnappte ich mir einen Notizblock und schrieb die Namen der Personen auf, die ganz offensichtlich gegen mich waren und mir meinen Frieden nicht gönnten. Ich fand… Drei! Ganz richtig, Drei Leute!

Ich machte die Probe aufs Exempel und schrieb nun die Namen der Menschen auf, die irgendwie (und wenn auch nur durch eine Kleinigkeit) auf meiner Seite waren oder mich auf irgendeine Art und Weise unterstützen. Die Zahl war mehr als doppelt so hoch! Ich dachte ein wenig größer und allgemeiner: Die meisten Menschen auf diesem Planeten wissen nicht einmal, dass es mich gibt. Und von denen, die von mir wissen und auf irgendeine Weise mit mir zu tun haben, haben alle ihr eigenes Leben, was bedeutet, dass sie mir gegenüber ziemlich “neutral” sind.

Jetzt stellte ich mir folgende Frage: Von allen Menschen auf diesem Planeten gab es drei Personen, die mir irgendeine Art von Widerstand leisteten. Wieviel Zeit verbringe ICH damit mich mit diesen Menschen auseinander zu setzen? Selbst an den miesesten Tagen waren es nie mehr als ein paar Minuten mit tatsächlichem Auseiandersetzen.

Also dachte ich an all die negativen Begegnungen, die ich an einem einzigen Tag hatte. Und das schloss wirklich alles mit ein. Vom Typen, der mich im Verkehr geschnitten hat bis hin zu der Dame, die sich in der Schlange einfach vordrängelte (und die ich beide nicht einmal kannte). Und nach einiger Kalkulation stellte ich fest, dass ich selbst an den schlechtesten Tagen nie mehr als 5-15 Minuten tatsächliche Interaktion mit unangenehmen Menschen hatte.

Das war die Realität! Was für eine Einsicht! Es gab also Zeiten, in denen mein 24-Stunden-Tag komplett ruiniert war. Ruiniert durch 15(!) Minuten (meist deutlich weniger) tatsächlicher Interaktion mit negativen Leuten. Das kann doch nicht sein! Ich habe die 15 Minuten definitv überlebt, aber warum ruinierten sie mir den Tag? Und die Einsicht ging noch weiter: Negative Worte, Flüche oder auch Beschimpfungen haben mich die meiste Zeit nicht einmal berührt. Wie konnte also etwas “Unwirkliches” wie dieses meinen Tag ruinieren… MEINEN TAG??

Die Antwort ist einfach: Dieses negative Gerede hat meinen Kopf regelrecht kontaminiert. Irgendwelche unwichtigen und negativen Leute haben mich weniger als 15 Minuten genervt und ich habe mich selbst in meinen Gedanken 23 Stunden und 45 Minuten (oder mehr) genervt und damit meinen eigenen Tag ruiniert…

Ich habe gelernt meinen Fokus auf die positiven Dinge zu richten (und dankbar dafür zu sein).

Im Leben geht es um Entscheidungen. Halb voll oder halb leer…? Du entscheidest!

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