Wie motiviere ich (m)ein Team?
Was für eine Frage und WIE viele Möglichkeiten… Aus dem Bereich der Sportpsychologie habe ich hier einiges gelernt vom Direktor des TaoSportsCentre in Santa Cruz, Jerry Lynch. Unter den vielen Teilbereichen gefiel mir der Aspekt “Eine Atmosphäre von Service kreieren” mit am besten.
Die Chinesen sagen, dass es die Regel ist zu Dienen, und Dienen heißt zu regeln (ziemlich frei übersetzt…). Es geht nicht darum aufgrund von autoritären Verhältnissen zu bestimmen und andere anzuweisen was zu tun ist. Es geht darum eine besondere Atmosphäre zu schaffen in der alle ihr Potential optimal ausschöpfen können (oder zumindest die Bedingungen dafür haben). Man stellt dabei häufig Fragen und nimmt sich Zeit für seine Teammitglieder, zeigt wirkliches Interesse an ihnen und ihrer Tätigkeit.
Vier Fragen sind z.B.:
1. Was müsste vorhanden sein, um Ihre Leistung ein Level höher zu bringen?
2. Was möchten Sie das ich tue, um Ihnen dabei zu helfen?
3. Fühlen Sie sich erfüllt und ausgelastet in diesem Projekt?
4. Gäbe es eine Möglichkeit wie die anderen Teammitglieder oder Führungspersonen von Hilfe sein könnten?
Jetzt kann es natürlich schnell zum “Problem” kommen, dass man durch die Ermutigung von Verbesserungsvorschlägen und Kritik schnell zu weich wird und seine natürliche Autorität verliert. Um das zu verhindern stehen Sie zu Ihren eigenen Werten und erinnern immer wieder an den Grund/Sinn des Projekts und dass alle auf daselbe Ziel hinarbeiten.
Die Falle es allen recht machen zu wollen gilt es zu vermeiden. Stattdessen bietet man Unterstützung und flexible Führung als einfach nur jeden Wunsch zu erfüllen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Fehler anzusprechen lässt sich nicht vermeiden. Die Art und Weise jedoch unterscheidet den Meister vom Trottel. Es geht nicht darum, einfach nur alle Fehler aufzuzählen und Drohungen auszusprechen. Hier eine Analogie aus dem Sportcoaching. Wenn jemand schlecht spielt, sitzt er beim nächsten Mal draußen. Es setzt sich fest: Fehler=Bestrafung. Wer würde unter diesen Voraussetzungen nicht mit weniger Risiko, weniger Agressivität und weniger Leidenschaft spielen? Athleten spielen besser wenn sie sich auf ihre Aufgabe fokussieren als nur auf Erfolg oder Misserfolg.
Ganz wichtig ist hierbei, dass innerhalb bestimmter Grenzen und Regeln (die es ja überall gibt und auch wichtig sind), jeder im Team für seine eigene, die Entwicklung der anderen und dies des Teams als Ganzes mitverantwortlich ist. Jeder unterstützt jeden, sein Potential optimal freizulegen. Es ist erstaunlich wie viele gute Dinge geschehen wenn dieser Rahmen verinnerlicht und gelebt wird.
“Wie kann ich dem Team helfen?” anstelle von “Wie kann ich mehr Spielzeit bekommen?”
Service löst Leidenschaft in denen aus, denen man “dient”.
Werden persönliche Interessen hinten angestellt und das Ergebnis des Teams (unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklkung ALLER) in den Vordergrund gerückt verschwinden leise Killer wie Ego, Neid oder auch Bevorzugung.
Natürlich ist es nicht immer leicht all das von heute auf morgen umzusetzen. Aber die besten Teams der Welt (egal in welchem Bereich) spiegeln diese Gedanken nach außen wieder und haben irgendwann einmal dort angefangen. Und ja, es kann anstrengend sein und eine Zeit dauern. Letztlich hängt es jedoch von jedem selbst, seinem persönlichen Beitrag und den Menschen im Team ab. Es ist die alte Geschichte lieber Fischen zu lehren/lernen als jemandem jeden Tag einen zu fangen (oder sich fangen zu lassen).
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