Die Vergangenheit ist tot!

Zugegeben, ein vielleicht etwas radikaler Satz.

Nichts desto trotz möchte ich gerne etwas näher darauf eingehen. In den meisten Coachings, Seminaren und Workshops, in denen es um persönliche Weiterentwicklung, Führungsverhalten oder auch Teambuilding geht, stoßen Menschen an ihre Grenzen. Häufig sind diese Grenzen Aspekte, die (zum Teil weit) in der Vergangenheit liegen. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Was umso erstaunlicher für mich ist: Diese Punkte der Vergangenheit, die meist negativ behaftet sind, werden nicht als Lernerfahrung genutzt, sondern als Grund (oder auch Alibi) warum evtl. Erfolge nicht möglich sein können.

Natürlich ist die Vergangenheit eine fantastische Lehrmeisterin. Wenn sie dafür verwendet wird die Gegenwart zu erschweren und die Zukunft pessimistisch zu gestalten, ist sie jedoch nicht nur eine uneffektive Lehrmeisterin, sondern auch die falsche. Ein Buchautor sagte mir einmal bei einem Vortrag: The past is dead – Die Vergangenheit ist tot! Ob und inwiefern Sie sie wieder ins Leben rufen, liegt nur bei Ihnen selbst.

Achten Sie mal in normalen, alltäglichen Gesprächen darauf, WIE häufig es um Themen geht, die in der Vergangenheit liegen, egal ob gut oder schlecht. Warum wird sich soviel mit Dingen beschäftigt, die vorbei sind (und auch nicht wiederkommen)? Der menschliche Verstand sucht nach Komfort und Gewohnheit. Die Vergangenheit ist vertraut, man hat sie bereits erlebt und sie kann einen nicht mehr überraschen. Wirklich gut fühlt man sich jedoch, wenn man Herausforderungen (endlich) meistert, an Schwierigkeiten wächst und einen weiteren Schritt in der persönlichen Entwicklung nimmt. Dies geschieht nicht durch ständige Gedanken an die Vergangenheit.

Was viel schlimmer ist: Je mehr man einfach nur an die Vergangenheit denkt, ohne daraus zu lernen, desto weniger nutzt man den Augenblick. Der Augenblick, die Gegenwart, bestimmt unsere Zukunft, dieser Meinung war schon Gandhi. Lebt man also in der Vergangenheit taumelt man förmlich in die eigene Zukunft anstatt sie aktiv zu gestalten. Natürlich darf man die Vergangenheit nicht ignorieren! Man sollte aus ihr lernen, jedoch mit dem Hintergedanken etwaige Fehler in der Zukunft nicht mehr zu machen, um sich selbst und seine Fähigkeiten kontinuierlich weiter zu entwickeln.

Ein befreundeter Gastwirt überlieferte mir einmal folgendes Zitat:
Der Königsweg ist, aus den Erfahrungen der anderen eigene Fehler zu vermeiden!

Deshalb mein ganz persönlicher Tipp für den Tag:
Aus der Vergangenheit lernen, den Augenblick nutzen, die Zukunft gestalten!
Dies geht nur Hand in Hand, ist aber umso effektiver, wenn es tatsächlich umgesetzt wird.

Viel Erfolg :-)

2 Responses to “Die Vergangenheit ist tot!”

  1. Carsten sagt:

    Dieses ewig gestrige Denken ist es auch, weshalb es neue Ideen in diesem wunderschönen Land ganz besonders schwer haben.

    Die Menschen klammern sich viel zu sehr an Institutionen und an das, was sich bereits etabliert hat.

    Dabei vergessen sie nur allzu gerne, dass all das, was es heute wie selbstverständlich gibt, erst einmal durchsetzen musste. Meist haben sich diese Dinge aber in einer früheren Zeit durchgesetzt. Sie sind veraltet.

    Lebten die Menschen im Hier und Jetzt, dann würden sie neugieriger auf Neues zu gehen. Neue Ideen hätten es weitaus leichter.

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  3. Ellen sagt:

    Klar, es hat schon seine Richtigkeit, dass man die ollen Kamellen von gestern nicht immer und immer wieder aufwärmen soll damit sie unser Hier und Heute blockieren. Es ist richtig, dass der wahre Lebenskünstler aus den Fehlern seiner Vergangenheit lernt, d.h. einen Fehler nicht ein zweites Mal begeht.

    Doch gibt es noch die Vergangenheit (negative Erfahrung), die einen Menschen sein Leben lang begleitet und behindert, manchmal, ohne dass man sich dessen bewusst ist – nicht bewusst, dass ein wiederkehrendes Problem, seinen Ursprung irgendwo in der Vergangenheit hat; vielleicht sogar in einer Zeit, als man ein Baby war, oder eine Erfahrung, die man verdrängt hat etc. etc.
    Die Praxen von Psychiatern und Psychotherapeuten sind voll von Fällen unbewältigter Probleme.

    Ich denke, da wird die Sache schon problematischer; erst mal finden woher kommt’s und sollte man in der glücklichen Lage sein, eine Antwort zu finden, bleibt noch die schwierige Aufgabe: wie schaffe ich es, das Erlebnis dort zu lassen, wo es herkommt und damit das wiederkehrende Problem endlich zu beseitigen.

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