Sofortige Befriedigung auf Kosten langfristigen Erfolgs… Warum eigentlich?

Der heutige Beitrag ist mehr eine Frage als ein Beitrag.

Immer wieder, so gut wie täglich, erlebt man Beispiele für Verhaltensweisen, die auf schnelle Bedürfnisbefriedigung ausgelegt sind. Kosten? Der Erfolg auf lange Sicht.

Beispiele hierfür könnten sein:

- Man investiert Zeit in eine gute und intensive Vorbereitung für eine Präsentation oder einen Vortrag für den Job. Man ist auf Eventualitäten und bestimmte Fragen vorbereitet und kann so Lockerheit und Souveränität ausstrahlen. Warum wartet man bis auf den letzten Drücker und sabotiert so den eigenen Erfolg?

- Man pflegt seine Beziehungen, ganz gleich ob es private Liebesbeziehungen, berufliche Kontakte, Freunde oder Familie. Ein regelmäßiger Anruf (z.B. während der Auto, oder Bahnfahrt), ein Treffen hier und da und das Bemühen zu zeigen, dass einem andere wichtig sind und warum. In heutigen Zeiten, in denen es SMS, Emails, Instant Messaging, Headsets etc. gibt eine Leichtigkeit. Warum ist es interessanter Statusmeldungen zu schreiben oder kleine Computerspiele zu spielen?

- Im dreiwöchigen Urlaub treibt man regelmäßig Sport, regeneriert und ernährt sich gesünder. Weil der Arzt es empfiehlt (vielleicht auch der Partner) oder man es mal für nötig hält. Die Ergebnisse in Form von besserer Fitness, höherer Konzentrationsfähigkeit und allgemein besserem Wohlbefinden stellen sich sehr schnell ein. Warum ist nach kurzer Zeit die kleine Leckerei, die Zigarette oder der Alkohol wieder der bessere Freund?

Ich habe mir diese Fragen (die Beispiele sind recht allgemein gehalten) oft und immer wieder gestellt.

Warum ist dies so? In vielen Berufen und in fast allen Lebenslagen und -situationen lernen wir immer wieder WIE wichtig Faktoren wie Beständigkeit, Regelmäßigkeit und die Fähigkeit zuerst etwas für die Belohnung zu tun, tatsächlich sind. Jedoch verfallen viele, wenn nicht sogar die meisten, Menschen immer wieder den kurzfristigen Verlockungen. Im weiteren Verlauf schleichen sich Unzufriedenheit, womöglich Wut, vielleicht auch Depressionen ein. Zu diesem Zeitpunkt ist das jeweilige Bedürfnis schon längst befriedigt, der Preis aber viel höher als ursprünglich gedacht.

Diese Weisheit ist bei Weitem nicht neu. Nur erstaunt es mich immer wieder aufs Neue, dass Menschen es wieder und wieder tun. Auch wenn als warnende bzw. abschreckende Beispiele vielleicht Vorbilder dienen, gute Freunde oder sogar die eigene Vergangenheit. Es scheint nicht zu reichen bis sich irgendwann Hilflosigkeit breit macht.

Auf der Gegenseite kennt jeder von uns das Gefühl des Erfolgs, welches sich in den meisten Fällen nach vorheriger, intensiver Arbeit einstellt. Warum lernen wir daraus nicht und nehmen es als Ansporn dieses (mit Erfolg gekröntem) Verhalten auch auf alle anderen Lebensbereiche zu übertragen?

Häufig habe ich als Erklärungsansatz Folgendes entdeckt, was ich für durchaus realistisch halte:
Der Schmerz ist nicht bzw. die Bequemlichkeit zu hoch. Die Ambition bzw. der Sinn in einem Ziel zu niedrig. An dieser Stelle kann man natürlich individuell, aber auch gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche, spirituelle oder religiöse Diskussionen beginnen.

Das ist jedoch nicht mein Anliegen. Mich hat die Frage immer wieder beschäftigt und ich würde sie für den heutigen Tag einfach mal als Denkansatz veröffentlichen.

Über Kommentare, Meinungen, Erfahrungen etc. würde ich mich sehr freuen.

3 Responses to “Sofortige Befriedigung auf Kosten langfristigen Erfolgs… Warum eigentlich?”

  1. André Loibl sagt:

    Hallo lieber Heiko! :-)

    Das ist wahrscheinlich der selbe Grund, warum so viele am 02. Februar wieder mit dem Fitness-Training aufhören… ;-)
    Vielleicht spielt das eine Rolle, dass “der Schmerz nicht gross genug ist”, doch ich glaube, der entscheidende Faktor liegt wo anders:
    Im Unterbewusstsein. Ca. 90% unserer Handlungen führen wir aufgrund unbewusster Muster und erlernten Verhaltensweisen aus. Ob die immer Sinn machen sei mal dahin gestellt… ;-) Wenn wir jetzt in unserem Bewusstsein eine Entscheidung treffen (Ich will eine erfolgreiche Präsentation erstellen, mich öfter bei meinen Freunden melden, mehr Sport machen etc… ), in unserem Unterbewusstsein aber noch ein ganz anders Programm läuft, dann haben diese 10% der bewussten Entscheidung es schwer, sich auf Dauer durchzusetzen. Das hat dann wenig mit Versagen zu tun, sondern einfach damit, dass man sein Unterbewusstsein nicht in die Entscheidung mit einbezogen hat – um so dann 100% der geistigen Power nutzen zu können. Deswegen lege ich in meiner Arbeit ja immer so viel Wert auf die Veränderungen im Unterbewusstsein – denn nur so können auch dauerhafte Erfolge erzielt werden! ;-)

    Viele liebe Grüsse und einen tollen Tag! :-)

    André

  2. Hallo lieber Heiko,
    meiner Meinung nach, brauchen wir beides. Es gab mal ein Experiment: die Kinder hatten als sofortige Belohnung ein Bonbon oder als Gesamtbelohnung 3 oder mehr (?) Bonbons in Aussicht gestellt bekommen. Die Entscheidungen der Kinder waren so wohl als auch. Es schien eine Frage der Erziehung, des Charakters, der Intelligenz… oder sonstiges zu sein.
    Theoretisch muss ich beide Seiten haben. Ich muss erkennen können, warum ich mich sabotiere, welche Aussagen dahinter stehen und für welche Ziele ich auch sehr lange Durststrecken auf mich zu nehmen bereit bin. Die Frage ist nur, wo setzte ich welche ein?! Das Wissen macht Qualitätsunterschiede. Wie du weißt, ist das Problem nur ein Versuch der Lösung des Problems das dahinter steht.
    Wenn ich mich nicht gut vorbereitet habe, ist es nicht der richtige Job für mich. Um sich das einzugestehen, wäre es der Anfang einer besseren Lösung. Allerdings bin ich, wie alle anderen auch, für mich persönlich „betriebsblind“ und brauche bei der „Neuausrichtung“ immer wieder deine Hilfe.
    Liebe Grüße

  3. gold sagt:

    Interessant. Kommt hier noch ein Folgeartikel? Würde gern mehr darüber erfahren. Könntest du mir per E-Mail antworten?

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